Gremien-Wahlen an der Uni Kiel


Das sind die Stimmzettel, die ich alle ausfüllen muss, wenn ich an den “Wahlen der Studierendenschaft sowie den Gremienwahlen zum Senat und zum Fakultätskonvent Philosophie” der Uni Kiel teilnehmen möchte. Dieses Wahlverfahren kenne ich in dieser Form seit meinem ersten Studienjahr in Kiel (2001). Und noch immer gibt es offenbar Menschen an der Uni, die sich fragen, warum die Wahlbeteiligung Jahr für Jahr so niedrig ist.

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Summer in the city

11.06.2009, vormittags

11.06.2009, vormittags

Ich glaube, der Sommer ist da. Wird Zeit für Kieler Woche.

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Star Trek (1000 Filme: 6)

09.05.2009, 20.10 Uhr, Cinemaxx Kiel (Saal 2), 5,50 €

09.05.2009, 20.10 Uhr, Cinemaxx Kiel (Saal 2), 5,50 €

Ich war skeptisch. Sehr skeptisch. Star Trek mit neuen Schauspielern für die alte Crew der ersten Serie, die einst (von 1966 bis 1969) produziert worden war? Schon allein diese Idee, so schien es, war ein Sakrileg.

Trotzdem, es hat funktioniert. Das lässt sich wohl am besten daran festmachen, dass man auch diejenigen Charaktere, deren neue Schauspieler den alten nur begrenzt ähnlich sehen, sofort anhand ihrer Sprech- und Ausdrucksweise und ihrer liebenswert gewordenen Macken erkennt. (Besonders bei McCoy ist dies wirklich faszinierend.) Der Film zeigt die Anfänge der ersten Enterprise-Crew, spielt also vor der ersten Serie. Gleichzeitig sorgen einige Tricks mit dem Raumzeitkontinuum dafür, dass mit den Ereignissen dieses Films eine von der Originalserie abweichende Realität geschaffen wurde, so dass man - bei eventuellen Fortsetzungen - nicht an die Ereignisse des “Kanons” gebunden ist.

Trotz viel Schall und Rauch ist Star Trek im Kern ein Film, der die Entwicklung einer Freundschaft erzählt, nämlich derer von Kirk und Spock, deren erste Begegnung gezeigt wird und die sich zunächst furchtbar in die Wolle geraten. Der aus der Zukunft angereiste Original-Spock, gespielt von dem originalen Leonard Nimoy, bringt schließlich auch das ins Lot, wenn auch nebenbei der Planet Vulkan zerstört wird. Hunderte kleiner Anspielungen auf andere Filme und Serien von Star Trek zeigen, dass die Macher den Franchise nicht entführt haben, sondern würdig weiterführen. Gerade nach den letzten Kinofilmen (vor allem dem unsagbar schlechten Star Trek X) war ich der Auffassung, dass Star Trek nun endgültig tot sei. Nun, Spock war ja bekanntlich auch schon mal tot und hat danach noch eine eindrucksvolle Karriere als vulkanischer Botschafter hingelegt. Mit diesem Film ist Star Trek im 21. Jahrhundert angekommen; und es ist wieder quicklebendig.

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Arg und erger


Ich will auch kein Erger, nur 50 €.

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Georg Büchner: Der Hessische Landbote (1000 Bücher: 8)

Georg Büchner: Der Hessische Landbote, Offenbach 1834.

Vor ein paar Tagen fiel mir ein altes Reclam-Heft aus vergangenen Schülertagen in die Hände: Georg Büchners Hessischer Landbote. Die 17 Seiten waren schnell (während der Wartezeit beim Friseur) gelesen. Büchner hat dieses Pamphlet 1834 verfasst; er wollte die von der adeligen Herrschaft unterdrückte Bevölkerung wachrütteln und zu einem Aufstand bewegen nach Vorbild der Französischen Revolution: “Friede den Hütten! Krieg den Palästen!”. Das wusste ich noch aus meinem Grundkurs Deutsch. Aber bei der erneuten Lektüre sind mir noch zwei neue Punkte aufgefallen.

Zum einen ist der Text von vorne bis hinten mit religiöser Metaphorik durchsetzt und stellt die gewünschte Revolution auch in einen heilsgeschichtlichen Kontext: “Deutschland ist jetzt ein Leichenfeld, bald wird es ein Paradies sein.” Auf jeder Seite des Aufrufs wird das Geschehen der Vergangenheit und die Revolution der Zukunft religiös erklärt, wird Gott sogar als Verantwortlicher genannt für geschehenes Unrecht:

Weil das deutsche Reich morsch und faul war und die Deutschen von Gott und von der Freiheit abgefallen waren, hat Gott das Reich zu Trümmern gehen lassen, um es zu einem Freistaat zu verjüngen. Er hat eine Zeitlang den Satansengeln Gewalt gegeben, daß sie Deutschland mit Fäusten schlügen

Büchners Aufruf endet:

Ihr wühlet ein langes Leben die Erde auf, dann wühlt ihr euren Tyrannen ein Grab. Ihr bauet die Zwingburgen, dann stürzt ihr sie und bauet der Freiheit Haus. Dann könnt ihr eure Kinder frei taufen mit dem Wasser des Lebens. Und bis der Herr euch ruft durch seine Boten und Zeichen, wachet und rüstet euch im Geiste und betet ihr selbst und lehrt eure Kinder beten: “Herr, zerbrich den Stecken unserer Treiber und laß dein Reich zu uns kommen - das Reich der Gerechtigkeit. Amen.”

Mich hat diese religiöse Rhetorik sehr an islamische Heilsversprechen der Gegenwart erinnert (auch wenn es da natürlich große Unterschiede gibt). Büchners Revolution, wenn sie denn gekommen wäre, wäre eine sehr fromme Revolution gewesen.

Die zweite bemerkenswerte Eigenschaft an Büchners Text betrifft die soziale Frage. Der Hessische Landbote prangert nicht nur die mangelnde Freiheit an, sondern auch die himmelschreiende soziale Ungerechtigkeit des Spätfeudalismus:

Der Bauer geht hinter dem Pflug, der Vornehme aber geht hinter ihm und dem Pflug und treibt ihn mit den Ochsen am Pflug, er nimmt das Korn und läßt ihm die Stoppeln. Das Leben des  Bauern ist ein langer Werktag; Fremde verzehren seine Äcker vor seinen Augen, sein Leib ist eine Schwiele, sein Schweiß ist das Salz auf dem Tische des Vornehmen.

Doch geht es Büchner nicht um staatliche Transferleistungen, sondern um eine Reduzierung der Steuerlast. Detailliert schildert Büchner, Haushaltsposten für Haushaltsposten, wer die Steuern zahlt und wofür sie verwendet werden. Die soziale Frage, so bekommt man den Eindruck, ließe sich nach Büchners Vorstellung vor allem durch Steuersenkungspolitik und Bürokratieabbau lösen:

Für das Ministerium des Innern [...] werden bezahlt 1.110.607 Gulden. Dafür habt ihr einen Wust von Gesetzen, zusammengehäuft aus willkürlichen Verordnungen aller Jahrhunderte, meist geschrieben in einer fremden Sprache. Der Unsinn aller vorigen Geschlechter hat sich darin auf euch vererbt, der Druck, unter dem sie erlagen, sich auf euch fortgewälzt.

Für Büchner gehen Freiheitlichkeit und eine Verbesserung der sozialen Frage Hand in Hand. Ein freiheitlicher Staat ist die Bedingung für ein menschenwürdiges Leben. Von Büchner könnten viele linke Politiker, die allein in Umverteilung die Lösung von sozialen Missständen sehen, eine Menge lernen.

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