Sommerende

31.08.2009, vormittags

31.08.2009, vormittags

15 Grad, viel Regen in den letzten 24 Stunden. Zeit, um in Urlaub zu fahren.

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Über den Glauben

Wenn du mal wieder grübelst, was Gott kann und wer Gott ist, dann reicht es erst mal, dass du weißt: Du bist es jedenfalls nicht.

Ein Freund von Jürgen Leinemann.

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Trekkingreisen durch die Hohe Tantra

… bietet noch bis Ende Oktober der Veranstalter Natours. Die neuntägigen Touren führen zu Hochgebirgsseen, durch Latschenkieferwälder, über Gebirgswiesen und Schneefelder.

27.08.2009, S. R2 (Reiseblatt)

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Alexander Hohenstein: Wartheländisches Tagebuch 1941/42 (1000 Bücher: 10)

Alexander Hohenstein: Wartheländisches Tagebuch 1941/42, München 1963.

Der unter Pseudonym schreibende Verfasser wurde Ende 1940 aus dem “Altreich” strafversetzt ins Wartheland: Denjenigen Teil des besetzten Polens, den die Deutschen germanisieren und dem Reich vollkommen anschließen wollten. Hohenstein wird in einer Kleinstadt als Bürgermeister eingesetzt. Er ist dem Nationalsozialismus durchaus nicht feindlich gesinnt, ist Parteimitglied. Dennoch legt er sich wegen seiner gegenüber Polen und Juden menschlich einigermaßen korrekten Amtsführung im Laufe des Jahres 1941 heftig mit seinen Vorgesetzten, insbesondere mit der NSDAP, an, entgeht knapp einer Verurteilung, wird schließlich entlassen und muss das Wartheland verlassen.

Hohensteins Tagebuchaufzeichnungen sind aus mehreren Gründen interessant. Zum einen wird hier auf der lokalen Ebene im “Osten” deutlich, wie die Besetzung Polens funktionierte, wie arrogant die Deutschen gegenüber dem besiegten Volk auftraten, wie willkürlich die Unterscheidung zwischen Polen und begünstigten “Volksdeutschen” gezogen wurde und welche drastischen Konsequenzen daran hingen. Im Wartheland versuchte sich das III. Reich an einer Kolonialpolitik der unappetitlichsten Sorte.

Zum zweiten beschreibt Hohenstein sehr anschaulich die Freiräume und Begrenzungen eines Parteifunktionärs auf niederer Ebene. Weit weg von Hitlers Reichskanzlei sind es sehr unangenehme Gestalten, die im Namen der NSDAP auftreten und Autorität ausüben. Der Staat, den Hohenstein als gewissenhafter Verwaltungsbeamter vertritt, ist von der Partei kolonialisiert worden.

Zum dritten schließlich liefert Hohenstein ein bedrückendes Bild davon, wie in einer polnischen Stadt der Holocaust ablief. Der Kontakt Hohensteins zu den bereits im Ghetto lebenden Juden der Stadt zieht sich wie ein roter Faden durch den Band, bevor – während Hohenstein im Urlaub war – die Juden grausam deportiert und bald darauf ermordet wurden. Gleichzeitig zeigt sich, dass Hohenstein selbst zwar erschüttert ist ob dieses Verbrechens, aber nicht die Dimension und die Konsequenzen begreift. Auch nach dem Verschwinden der Juden herrscht Business as Usual, und bei der Abreise aus dem Wartheland verliert Hohenstein über ihre Tötung kein Wort.

Auch wenn autobiografische Berichte immer mit einer gewissen Skepsis zu lesen sind, so handelt es sich doch bei Hohensteins Buch um einen Bericht, der auf ganz praktischer Ebene verständlicher macht, wie das nationalsozialistische Regime funktionieren konnte.

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Rostock und der anglo-amerikanische Feind der Werktätigen

Gestern war ich in Rostock. An der Grenze von Schleswig-Holstein nach Mecklenburg-Vorpommern steht ein Schild “Ehemalige innerdeutsche Grenze 1945-1990”. Es sieht so aus wie das ein paar Kilometer vorher aufgestellte, das auf die malerische Innenstadt von Lübeck hinweist, oder jenes ein paar Kilometer weiter, welches dem Vorbeireisenden die Hansestadt Wismar empfiehlt.

In Rostock angekommen, fand ich am Postamt diese Inschrift:

Kein erklärendes Wort. Im Gegenteil, die Inschrift wurde sogar anlässlich der Renovierung des Gebäudes sogar noch um drei Zeilen ergänzt (“Umgebaut und modernisiert im Jahre 1991 durch die Deutsche Immobilien GmbH Rostock”).

Natürlich ist der Wortlaut der Inschrift in der Sache zutreffend. Rostock wurde am besagten Tag durch englische und amerikanische Bomber angegriffen. 1953 bis 1956 ist das Postamt neu errichtet worden, wozu zweifellos viele fleißige Werktätige beigetragen haben.

Zwei relevante Tatsachen werden nicht genannt. Die erste: Die anglo-amerikanischen Bomber kamen nicht aus heiterem Himmel, sondern waren eine Antwort auf deutsche Angriffspolitik. Die zweite: Die Anglo-Amerikaner kämpften Seit’ an Seit’ mit sowjetischen Soldaten.

Man fragt sich, ob diese Inschrift wohl genauso darauf hingewiesen hätte, wenn es nicht amerikanische Fliegerbomben, sondern sowjetische Artilleriegranaten gewesen wären, die das Ende des alten Postamtes besiegelt hätten. Die Antwort ist natürlich klar. Der wahrheitsgemäße Hinweis auf anglo-amerikanische Bomber ist zugleich ein Hinweis auf den wahren Feind der werktätigen Massen im Jahre 1956.

Und so hängt diese Tafel auch noch heute am Postamt in Rostock. Sie behauptet ja nichts, was nicht stimmt. Dass auch das Verschweigen einer Tatsache eine Lüge sein kann, ist in Rostock noch nicht angekommen.

200 km sind es von Kiel nach Rostock. 20 Jahre ist es bald her, dass die Mauer weg ist. Kein Trabi in der ganzen Stadt mehr. Aber ein Stück weit ist es immer noch ein mir fremdes Land.

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Zerrissene Umarmungen (1000 Filme: 7)

09.08.2009, 17.45 Uhr, Traum-Kino Kiel (Saal 1), 0 €

09.08.2009, 17.45 Uhr, Traum-Kino Kiel (Saal 1), 0 € (Ich hatte die Karten gewonnen)

Viel Fachkundiges kann ich nicht sagen zu diesem Film, denn ich hatte noch nie vorher einen Almodóvar-Film gesehen. Gefallen hat er mir trotzdem. Almodóvar ist sicher kein minimalistischer Regisseur. Stattdessen wird eine Geschichte sehr groß und auch sehr ausführlich erzählt, wobei ich fand, dass dadurch keine Längen entstanden. Der Film spielt prinzipiell im heutigen Madrid (und auf Lanzarote), jedoch besteht er zu einem großen Teil aus Rückblenden in die Neunzigerjahre. Im Mittelpunkt steht ein klassisches Motiv – eine Dreiecksgeschichte -, die von einem erblindeten Filmregisseur erzählt wird. Die Geschichte ist eigentlich sehr grausam und nimmt kein gutes Ende, aber Almodovár hat wohl absichtlich dazu sehr farbenfrohe, heitere Bilder komponiert (dieser Aspekt hat mich, zusammen mit dem Drehort Spanien, etwas an Vicky Cristina Barcelona erinnert), so dass der Film nirgends trist wird und die Tragik der Geschichte mit einer faszinierenden Leichtigkeit verbunden ist.

Erwähnt werden muss hier auf jeden Fall noch der schicke braune Mercedes 300 D (W123) auf Lanzarote, der auf einen stilsicheren Ausstatter schließen lässt. Ich weiss allerdings nicht, ob er moorbraun war.

http://tapastalatukat.wordpress.com/2009/01/05/vicky-cristina-barcelona-1000-filme-2/

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Vor 10 Jahren: Der erste Sommer

Eigentlich sind es ja noch 67 Jahre zu wenig. Aber trotzdem: Vor zehn Jahren – am 11. August 1999 – war von Mitteleuropa aus eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Ich hatte damals gerade das Abitur gemacht, und was soll ich sagen – der erste Sommer danach, sozusagen das Fenster der Freiheit zwischen Schule und Zivildienst, war etwas ganz besonderes. Eine äußerst spontane Fahrt zu zweit mit dem Mercedes (natürlich ein W123) der verreisten Eltern nach Nordfrankreich, um die besagte Sonnenfinsternis anzusehen, gehörte auch dazu. (In Deutschland war’s bewölkt.) Nach der Anreise am 10. August und einer Übernachtung im Auto hinter einem Getreidesilo irgendwo bei Reims mussten wir am 11. August noch einige 100 km nach Nordwesten fahren, um einigermaßen gutes Wetter zu erwischen. Am Ende hatten wir es bis Amiens geschafft, wo wir dann tatsächlich ein recht beeindruckendes Erlebnis hatten.

Kermie war auch dabei

Kermie war auch dabei

Nachher fuhren wir noch spontan nach Paris und am Tag drauf an den Kanal nach Calais. Schön war’s. Und es ist schon ganz schön lange her.

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