Karl Marx zum Thema Studiengebühren

Anlässlich des Hamburger Schulstreits erlaube ich mir, etwas Karl Marx zu zitieren:

Gleiche Volkserziehung? Was bildet man sich unter diesen Worten ein? Glaubt man, daß in der heutigen Gesellschaft (und man hat nur mit der zu tun) die Erziehung für alle Klassen gleich sein kann? Oder verlangt man, daß auch die höheren Klassen zwangsweise auf das Modikum Erziehung - der Volksschule - reduziert werden sollen, das allein mit den ökonomischen Verhältnissen nicht nur der Lohnarbeiter, sondern auch der Bauern verträglich ist?

Allgemeine Schulpflicht. Unentgeltlicher Unterricht. Die erste existiert in Deutschland, das zweite in der Schweiz [und] den Vereinigten Staaten für Volksschulen. Wenn in einigen Staaten der letzteren auch “höhere” Unterrichtsanstalten “unentgeltlich” sind, so heißt das faktisch nur, den höheren Klassen ihre Erziehungskosten aus dem allgemeinen Steuersäckel bestreiten.

Karl Marx 1875 in seiner Kritik des Gothaer Programms der SPD (online hier).

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Demokratie ist eine Herrschaftsform, in der Macht auf Zeit verliehen wird

Woran merkt man, dass man nicht mehr in Amt und Würden ist? Wenn man im eigenen Auto hinten einsteigt und sich wundert, dass es nicht losfährt.

Der ehem. britische Außenminister Malcolm Rifkind.

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Die Zeichen der Zeit verkennen

Hans Modrow verkörpert Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieses Landes. Er vertritt [...] eine bestimmte Generation und genießt großes Vertrauen nicht nur in seiner Partei, sondern in der Bevölkerung überhaupt.

Mit diesen Worten wirbt Gregor Gysi am 5. April 1990 für Modrows Kandidatur zum Präsidenten der ersten demokratisch gewählten Volkskammer der DDR (Plenarprotokoll S. 4, pdf).

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Nicht der erste Begriff, der mir eingefallen wäre zur Beschreibung einer Diktatur

Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass die DDR unter anderem an ihrem Demokratiedefizit zugrunde gegangen ist

Die designierte LINKE-Vorsitzende Gesine Lötzsch im FAZ-Interview (FAZ 09.02.2010, S. 4).

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Über den Glauben

Wenn du mal wieder grübelst, was Gott kann und wer Gott ist, dann reicht es erst mal, dass du weißt: Du bist es jedenfalls nicht.

Ein Freund von Jürgen Leinemann.

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Sonneborn erinnert sich an den Mauerfall

Als ich wenig später auf der Westautobahn Richtung Heimat fuhr, hupte mich freudig eine Vielzahl von niedlichen Pappautos an, die wohl über Ungarn den Weg nach Westen gesucht hatten. In ihnen saßen Menschen, die gekleidet waren wie Zonen-Gabi. Dass in genau diesem Moment eine FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda bei einem in den Wendewirren aus der Kantine stibitzten Glas Spreewaldgurken einen 20-Jahres-Masterplan entwickelte, um die Macht zu übernehmen, Westdeutschland in die Planwirtschaft zu überführen, Banken zu enteignen und Großbetriebe zu verstaatlichen – wenn ich mich recht erinnere, hatte ich nicht einmal den Schatten eines Verdachts.

Martin Sonneborn über die Wende in der DDR (FAZ 06.05., S. B6).

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Christian Geyer über Helmut Schmidt: "Ach Kinder, bleibt doch auf dem Teppich"

Man sollte sich als Leser den Gefallen tun, einfach mal nur die Antworten Helmut Schmidts zu lesen, die mit „Nein“ (ersatzweise: „Nee“) beginnen. Man wird dann dreierlei feststellen. Erstens: Helmut Schmidt antwortet recht oft mit „Nein“. Zweitens: Bei jedem „Nein“ Helmut Schmidts geht man als Leser in Habachtstellung. Drittens: Hinter jedem „Nein“ hört man den imaginären Satz: „Ach, Kinder, nun bleibt doch mal auf dem Teppich; so wild ist das doch alles nicht.“ Man kann, mit anderen Worten, dieses lange Helmut-Schmidt-Interview auch als Therapeutikum lesen. Es beruhigt die Nerven wie Yoga oder Ikonenmalen. Es wiegt den Leser in der Gewissheit, dass er sich keine Sorgen zu machen braucht, dass jede Aufregung im Grunde doch nur künstlich ist. Es handelt sich hier also um einen Ruhig-Blut-Appell in Frage-Antwort-Form.

Christian Geyer in der FAZ (22.04., S. 34) über das jüngst erschienene Interviewbuch “Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“.

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Helmut Schmidt wünscht "Abwesenheit von Angst"

- Wenn Sie heute in der Verlegenheit wären, eine Weihnachtsansprache halten zu müssen, was würden Sie den Deutschen wünschen?
- Ich würde ihnen Selbstvertrauen wünschen. Und, bitte sehr: die Abwesenheit von Angst.

Der neunzigjährige Altbundeskanzler Helmut Schmidt im Interview mit Giovanni di Lorenzo im Zeit-Magazin (”Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt”, 23.12.2008, S. 54)

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Peter Hennessy über die britische Verfassung

The British constitution hates writing things down – especially when it matters.

Der Historiker Peter Hennessy (BBC Radio 4, heute morgen).

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Wolf Biermann und die Stasi

Es weiß doch jedes Kind, dass es viel, viel leichter ist, in einen stehenden Zug nicht einzusteigen als aus einem fahrenden Zug abzuspringen.

Der Liedermacher Wolf Biermann über die Gefahr, als junger Mensch von der Stasi als Spitzel angeworben zu werden:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=FfXR4Obq23M&hl=de&fs=1]

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