tapastalatukat.de

tapastalatukat.de header image 5

Humoriges vom Staatskonzern: Der E-Postbrief

3. August 2010 · Ein Kommentar

Manchmal holt die Wirklichkeit von heute die Witze von gestern ein. Ein E-Mail-Dienst mit Ruhetag am Montag, bei dem es schon mal vier Tage dauern kann, bis eine Mail zugestellt ist, ist ja an sich schon ein schlechter Witz. Genau so etwas versucht die Deutsche Post gerade mit einer absurd riesigen Werbekampagne einzuführen: Den E-Postbrief. Merke: Die Größe einer Werbekampagne ist umgekehrt proportional zum Nutzen eines Produkts für den Kunden.

Der “Nutzen” in diesem konkreten Fall: Wer den E-Postbrief der Post nutzt, muss täglich seine E-Mails abrufen, der Weitergabe seiner Daten zustimmen und zahlt dann für eine E-Mail genauso viel wie für einen Brief aus Papier: 55 Cent. Dafür hat dann ein E-Postbrief an ihn die gleichen Rechtsfolgen (in Hinsicht Verbindlichkeit) wie ein konventioneller Brief.

Aber der größte Witz ist eben: Google hat das schon vor Jahren angeboten. Bloß war es bei denen ein Aprilscherz und keine ernstgemeinte Geschäftsidee.

→ 1 KommentarRubrik: In der Welt

American Places IV: Mount St Helens

2. August 2010 · Keine Kommentare bisher

Kann man sich einen Kubikkilometer vorstellen? Einen Würfel von 1000 Meter Kantenlänge? Ein Kubikkilometer entspricht einer Milliarde Kubikmeter. Wenn man ein Gewicht von nur einer Tonne pro Kubikmeter annimmt, wären das also 1 Milliarde Tonnen. Ich will das nicht in Güterzüge usw. umrechnen, aber es ist verdammt viel.

img4268m

Am Vormittag des 18. Mai 1980 haben sich am Nordhang des Mount St. Helens in Washington ungefähr 2,8 Kubikkilometer Erdreich auf einmal in Bewegung gesetzt und sind innerhalb weniger Sekunden weggerutscht, woraufhin sich das brodelnde Innere des Vulkans, der schon seit Wochen wie ein Dampfkochtopf unter Überdruck stand, mit Geschwindigkeiten von über 1.000 km/h entladen hat. Das Ergebnis war eine verwüstete Fläche von annähernd 1.000 Quadratkilometern, Tausende tote Tiere, 600 Quadratkilometer Wald (hätte ausgereicht, um 300.000 Einfamilienhäuser zu bauen), flachgemäht wie sprichwörtliche Streichhölzer, ein See, dessen Inhalt knapp 200 Meter hoch den Hang eines Hügels hoch- und wieder zurückschwappte. 50 Tote, teilweise begraben unter 180 Meter Schutt.

img4270m

Selbst heute, 30 Jahre später, kann man der Landschaft diese Katastrophe noch deutlich ansehen. Zwar wird sich die Natur das Umland des Vulkans mehr und mehr zurückholen, doch der Berg selbst, der vorher so schön symmetrisch aussah wie der Berg Fuji in Japan, erinnert jetzt eher an einen hohlen Zahn.

img4298m

Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Land der Superlative auch bei den Naturkatastrophen ganz vorne mitspielen muss. Auf jeden Fall ist ein Besuch am Mount St Helens sehr eindrucksvoll und zeigt einmal mehr, auf was für einer empfindlichen Grenzschicht zwischen kochendem Erdinneren und luftleerem Weltraum unsere Existenz sich abspielt.

→ Keine Kommentare bisherRubrik: American Places

Hermann Hesse: In der alten Sonne (1000 Bücher: 13)

1. August 2010 · Keine Kommentare bisher

Hermann Hesse: In der alten Sonne. Erzählung, Frankfurt 1988. (Zuerst München 1905.)
r95-012sEine ganz frühe Erzählung von Hesse, recht kurz (an einem Sommernachmittag zu lesen). Es geht um eine Stadt im Schwäbischen, genauer: um ihren Rand, wo in einer alten Gastwirtschaft (”Zur Sonne”) eine städtische Unterkunft für gescheiterte Gestalten (heute würde man sagen: Sozialfälle) eingerichtet wird. Hesse schildert die vier Gestalten, die dort nach und nach einziehen und einem tristen Lebensende entgegensehen, sehr lebendig.

Im Kern geht es um zwei Grundprobleme menschlicher Existenz und somit um große Themen der Literatur: Einerseits das Bewusstsein der Endlichkeit unseres Lebens, andererseits die Unvermeidbarkeit, Fehler zu machen. Der junge Hesse schafft es, diese großen Themen in dieser kleinen, lesenswerten Erzählung so unterzubringen, dass es ganz natürlich erscheint. “In der alten Sonne” ist sicher kein typischer Hesse, aber vielleicht gerade deswegen habe ich nicht bereut, das Büchlein neulich auf dem Flohmarkt mitgenommen zu haben.

→ Keine Kommentare bisherRubrik: 1000 Bücher

Das International Center: Aushängeschild der Uni Kiel

26. Juli 2010 · Ein Kommentar

Hier drin: International Center der Uni Kiel

Hier drin: International Center der Uni Kiel

Das International Center der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist zuständig für die Betreuung ausländischer Studierender in Kiel und für die Betreuung Kieler Gaststudenten an ausländischen Hochschulen. Früher, als ich anfing zu studieren, hieß das International Center noch Akademisches Auslandsamt. Dann hielt man es für notwendig, diese etwas sperrige Bezeichnung durch eine englische zu ersetzen. Aber, wie bei Arbeitsamt/Arbeitsagentur oder Raider/Twix: Es ist immer noch das gleiche drin.

In diesem Fall: Die gleichen Mitarbeiter. Womit ich nichts gegen den öffentlichen Dienst sagen möchte. Dort arbeiten viele Mitarbeiter, die sehr engagiert sind. Aber es arbeitet eben auch Frau K. dort. Vielleicht hatte sie auch einfach nur einen schlechten Tag.

Das International Center hatte einen Zulassungsbescheid zum Studium verschickt. Dort heißt es:

Die Immatrikulation erfolgt in der Sprechstunde von Frau [K.] im International Center. Die Sprechstunde findet statt: montags 09:00-12:00 Uhr, dienstag 14:00-16:00 Uhr und donnerstags 09:00-12:00 Uhr.

Sprechstunden sind an der Uni ja nun eine heilige Sache. Frau K. hat zweifelsohne viel zu tun, so dass sie für den lästigen Publikumsverkehr nur acht Stunden in der Woche zur Verfügung stehen kann. Aber man soll nicht meckern: Es gibt durchaus Uni-Einrichtungen, die deutlich weniger als acht Stunden in der Woche erreichbar sind.

Also ging die angeschriebene Studentin heute - am Montag um 11 Uhr - mithin also innerhalb der auf dem Bescheid angegebenen Zeiten - zum International Center in das auf dem Bescheid angegebene Büro von Frau K. Diese blöffte sie an, was sie denn hier wolle, es seien doch Semesterferien und die Sprechzeiten entsprechend reduziert. Dumm nur, dass die Immatrikulation nach Auskunft des Beleges auf jeden Fall bis zum 24. September erfolgen muss - also die gesamte Zeit zur Erledigung der Immatrikulation in den Semesterferien liegt.

Aber nun kommt etwas Typisches im Umgang von Bittsteller und Beamten ins Spiel: Die Gnade. Man ist ja kein Unmensch. Nachdem Frau K. der frechen internationalen Studentin deutlich genug gemacht hatte, wie abwegig ihr Verlangen ist, während der auf dem Bescheid angegebenen Sprechstunde tatsächlich vorstellig zu werden, und nachdem die Studentin sich vielmals für diese Ungeheuerlichkeit entschuldigt hatte, überkam Frau K. ein Anfall von Barmherzigkeit, und so wurde die Immatrikulation tatsächlich durchgeführt, nicht ohne währenddessen darauf hinzuweisen, dass es sich aber nun wirklich um eine Ausnahme handele und man außerdem, bedaure, noch eine Sondergebühr von 6 € für einen angeblich verlorenen (in Wahrheit aber auf dem Weg von Hochhaus zum International Center von der Uni verschlampten) Rückmeldeantrag erheben müsse. So konnte am Ende, nachdem Frau K. noch einmal zeigen durfte, wer Herr ist und wer Knecht, der Verwaltungsvorgang abgeschlossen werden.

Ja, das Leben im öffentlichen Dienst ist wahrlich eine Qual, beizeiten.

Nun könnte man sich natürlich sorgen darum, dass das International Center auf diese Art und Weise internationale Studierende verschreckt. Schließlich ist diese Behörde (und etwas anderes ist es ja nicht) der erste Berührungspunkt für Studierende aus aller Welt, die für ihr Studium oder für ein Gastsemester an die Christiana Albertina kommen. Aber das ist natürlich vollkommen abwegig, denn letztlich zeigt das International Center nur den Ausländern von Anfang an, wie es in der Verwaltung einer anständigen deutschen Universität zugeht. Wo kämen wir sonst auch hin.

→ 1 KommentarRubrik: In der Welt

Sommer

23. Juli 2010 · Keine Kommentare bisher

Anleger Bellevue, gegen 23 Uhr

Anleger Bellevue, gegen 23 Uhr

→ Keine Kommentare bisherRubrik: Journal

Karl Marx zum Thema Studiengebühren

20. Juli 2010 · Keine Kommentare bisher

Anlässlich des Hamburger Schulstreits erlaube ich mir, etwas Karl Marx zu zitieren:

Gleiche Volkserziehung? Was bildet man sich unter diesen Worten ein? Glaubt man, daß in der heutigen Gesellschaft (und man hat nur mit der zu tun) die Erziehung für alle Klassen gleich sein kann? Oder verlangt man, daß auch die höheren Klassen zwangsweise auf das Modikum Erziehung - der Volksschule - reduziert werden sollen, das allein mit den ökonomischen Verhältnissen nicht nur der Lohnarbeiter, sondern auch der Bauern verträglich ist?

Allgemeine Schulpflicht. Unentgeltlicher Unterricht. Die erste existiert in Deutschland, das zweite in der Schweiz [und] den Vereinigten Staaten für Volksschulen. Wenn in einigen Staaten der letzteren auch “höhere” Unterrichtsanstalten “unentgeltlich” sind, so heißt das faktisch nur, den höheren Klassen ihre Erziehungskosten aus dem allgemeinen Steuersäckel bestreiten.

Karl Marx 1875 in seiner Kritik des Gothaer Programms der SPD (online hier).

→ Keine Kommentare bisherRubrik: Merkenswert

American Places III: San Juan Islands

9. Mai 2010 · Keine Kommentare bisher

Ganz an der linken oberen Ecke der USA, wo der 49. Breitengrad auf den Pazifik trifft, liegt zwischen der kanadischen Vancouver Island und dem Festland die San Juan Islands. Im Gegensatz zu Kanada ist die Fährgesellschaft hier noch nicht privatisiert, und so sehen die Fähren auch, nun ja, sehr rustikal aus. Aber irgendwie passt dieses Altmodische zu den drei Inseln und ihren Bewohnern. Auf dem Festland haben die Inseln den Ruf, dass dort alles etwas langsamer, gemächlicher und traditioneller zugeht. Außerdem, so scheint es, haben sich auf den Inseln vor allem die alternativ denkenden Menschen niedergelassen, was im sowieso schon links-alternativen Pacific Northwest schon etwas heißt.

Fähre des Washington State Dept. of Transportation

Fähre des Washington State Dept. of Transportation

Auf den Inseln angekommen, fühlt sich der Amerikareisende ganz unwillkürlich um einige Jahrzehnte zurückversetzt. Filme, die in den Fünfzigerjahren spielen, wie Snow Falling on Cedars, kommen ins Gedächtnis. Hier gibt es keine vierspurigen Straßen, keine Fast Food-Restaurants, keine Shopping Malls. Die kleinen Städtchen wirken vollkommen aus der Zeit gefallen.

Hat "Cash for Clunkers" überlebt

Hat "Cash for Clunkers" überlebt

Es gibt hier jede Menge zu tun und zu sehen. Zum Beispiel einen historischen Park, der an einen Beinahe-Krieg zwischen Briten und Amerikanern erinnert. Auslöser des Streites war übrigens der Diebstahl eines Schweins. Geschlichtet wurde der Pig War ausgerechnet vom deutschen Kaiser Wilhelm I.

Auf dem Schlachtfeld des Schweinekrieges

Auf dem Schlachtfeld des Schweinekrieges

Oder man guckt sich Wale an - das geht hier sogar von Land aus. Die Orcas ziehen nur wenige 100 Meter vor der Südküste der Hauptinsel San Juan vorbei.

Oder man kann sich in ein Café setzen, das gleichzeitig auch ein kleiner Buchladen ist, und trinkt seinen Kaffee mit Blick auf eine einfach einmalige Landschaft. Dass dieser Blick mit einem kleinen Plastikdinosaurier geteilt wird, der neben einem auf der Theke steht, kommt einem an diesem Ort schon gar nicht mehr merkwürdig vor.

Kaffee mit Saurier

Kaffee mit Saurier

Fazit: Die San Juan-Inseln sind, zumindest bei Amerikareisenden aus Deutschland, ein Geheimtipp. Man könnte, so ein Gedanke, während man über die Inseln fährt, einen ganzen Amerikaurlaub in diesem Mikrokosmos zu verbringen.

→ Keine Kommentare bisherRubrik: American Places

Kleine Fahrradtour am Nord-Ostsee-Kanal

1. Mai 2010 · Keine Kommentare bisher

Nord-Ostsee-Kanal mit Levensauer Hochbrücke

Nord-Ostsee-Kanal mit Levensauer Hochbrücke. Bitte keine Kommentare zur Farbe des Fahrrades.

25 Grad am 29. April - da darf man schon einmal für einen Nachmittag den Schreibtisch Schreibtisch sein lassen und etwas radfahren. Inzwischen habe ich auch eine Strecke gefunden vom Blücherplatz zur Levensauer Hochbrücke, die überwiegend durchs Grüne führt:
Vom Blücherplatz die Hardenbergstraße nach Westen, nördlich am Wasserturm vorbei. Quer über den Westring und direkt südlich des Nordfriedhofs lang, dann die Brücke über die Schnellstraße. Dahinter rechts am Botanischen Garten vorbei und an der T-Kreuzung wieder rechts, unter der B76 hindurch und zur Lubinus-Klinik. Links ein paar 100 m an der Straße (Steenbeker Weg) lang, dann in der Linkskurve rechts abbiegen Richtung Sportanlage Projensdorf. Von dort unter Schnellstraße und Bahn hindurch zur Matthias-Claudius-Kirche in Suchsdorf. Rechts abbiegen, durch ein Wohngebiet unter der Auffahrt zur alten Levensauer Hochbrücke hindurch, dann links per Rampe auf die Hochbrücke.
Diese Anfahrt ist definitiv angenehmer als die Eckernförder Straße mit Verkehr und Autohäusern. Auf der Nordseite des Kanals angekommen, kann man dann Richtung Holtenau am Kanal entlang fahren, evtl. noch einen Abstecher zum Gut Knoop machen. In Holtenau empfiehlt sich der Besuch bei der Fleischerei Mogensen - in diesem Traditionsgeschäft gibt es nämlich neben Wurst und Braten auch Speiseeis. (Und mit etwas Glück bekommt man hier sogar den gleich umme Ecke wohnenden Musiker/Blogger/Faulancer MC Winkel zu sehen.) Mit der Fähre geht’s über den Kanal zurück in die Wik.
Insgesamt mit 21 km sicher keine besonders lange Tour, aber es soll ja auch nicht in Stress ausarten.

→ Keine Kommentare bisherRubrik: Kiel

Demokratie ist eine Herrschaftsform, in der Macht auf Zeit verliehen wird

26. April 2010 · Keine Kommentare bisher

Woran merkt man, dass man nicht mehr in Amt und Würden ist? Wenn man im eigenen Auto hinten einsteigt und sich wundert, dass es nicht losfährt.

Der ehem. britische Außenminister Malcolm Rifkind.

→ Keine Kommentare bisherRubrik: Merkenswert

Helmut Kohl: Die Gnade der frühen Geburt

3. April 2010 · 2 Kommentare

Helmut Kohl wird heute 80. In der FAZ schreibt Georg Paul Hefty einen Gratulationsartikel, der Kohls Biographie nachzeichnet. Schon im ersten Absatz wird die Marschrichtung klar:

Seine Bilanz am 80. Geburtstag ist glänzend, aber nicht makellos. Der Glanz wird in den Schulbüchern stehen, der Makel, über den sich die Mediengesellschaft empörte, wird vergessen werden.

Das mag ja sein. Neben den Schulbüchern gibt es allerdings noch die geschichtswissenschaftliche Literatur, und bislang hatte ich doch angenommen, dass die FAZ sich eher an zweiter orientiert. Aber in der Sache ist es natürlich unbestritten: Kohl ist einer der erfolgreichsten Kanzler der Bundesrepublik. Trotzdem wäre es besser gewesen, wenn Hefty die hagiographischen Züge seiner Kohl-Ikone in Artikelform etwas weniger herausgestellt hätte. Statt vielen Beispielen nur eines. Über den berühmt-berüchtigten Vergleich Gorbatschow-Goebbels etwa schreibt Hefty:

Als im Kreml ein etwa gleichaltriger Generalsekretär die Macht übernahm und Kohl damit rechnete, dass die Koexistenz der beiden lange dauern würde, erklärte er ihn mit einem groben Vergleich zum Propagandisten. Michail Gorbatschow war wütend, aber er hatte wohl verstanden, dass in Bonn einer regierte, der sich nicht mehr vor den Sowjetführern fürchtete. Obwohl sich Kohl wegen der breiten Empörung – diese entsprang der Neigung zum Wohlverhalten – von seiner Aussage distanzierte, wusste nun der Mann im Kreml, dass der Kanzler nicht mit Schlagworten zu beeindrucken war.

Das ist einfach grob verfälschend. Zum einen unterschlägt Hefty den Hauptinhalt des Kohl-Zitates - den Vergleich mit Goebbels. Zum zweiten unterstellt Hefty Kohl selbst bei dessen Fehltritten noch Absicht, Weitsicht und Intelligenz. Doch gerade in diesem Fall ist es ganz einfach. Man muss nur mal nachsehen, was Kohl selbst später dazu gesagt hat:

Das war eine Dummheit, eine kapitale Dummheit. [...] Es hat mir sehr geschadet. Ich habe mich dafür auch später bei Gorbatschow entschuldigt.

Damit ist die Sache klar. Hefty ist dem greisen Kohl gegenüber zu rücksichtsvoll. Ab einem gewissen Punkt schlägt Rücksichtnahme um in mangelnden Respekt, in ein Nicht-mehr-ganz-für-voll-Nehmen. Das hat ein europäischer Staatsmann vom Format eines Helmut Kohl nicht nötig.

Georg Paul Hefty: Patriot und Europäer. Zum 80. Geburtstag von Helmut Kohl. FAZ vom 03.04.2010, S. 10.
Interview mit Helmut Kohl, in: Heribert Schwan/Rolf Steininger: Die Bonner Republik 1949-1998, Berlin 2009, S. 302-356, hier S. 314 f.

→ 2 KommentareRubrik: In der Welt