Seit 17.12. ist es jetzt durchgehend weiß gewesen. Angesichts der Kopenhagener Klimakonferenz handelt es sich wohl um den Gore-Effekt.
Viel Schnee
30. Januar 2010 · Ein Kommentar
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Soul Kitchen (1000 Filme: 9)
18. Januar 2010 · Keine Kommentare bisher
Der neue Film von Fatih Akin also. Diesmal eine Komödie, die zudem vollkommen in Hamburg spielt und nur ganz am Rande mit der Türkei zu tun hat. Es geht um den Griechen Zinos (Adam Bousdoukos), der in Wilhelmsburg versucht, das Restaurant Soul Kitchen zu betreiben. Dabei geht zunächst so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann. Erst durch das Einschreiten des exzentrischen Meisterkochs Shayn Weiss - gespielt vom Gourmet-Veteranen Birol Ünel, der schon im Akin-Film Im Juli einen kriminellen Budapester Gastronom spielte, wendet sich das Blatt. Auch Moritz Bleibtreu ist, natürlich, dabei.
“Wilhelmsburg, so so” lautet die Antwort des halbseidenen Immobilienspekulanten Neumann, der versucht, Zinos den heruntergekommenen Schuppen, in dem das Soul Kitchen sich befindet, abzujagen. Und obwohl die Türkei als Ort und Thema fast völlig fehlt, ist doch mit der Brücke ein zentrales Motiv aller Akin-Filme dabei: Häufig war es die Brücke über den Bosporus in Istanbul, die an zentraler Stelle der Filme Fatih Akins vorkam - in Crossing the Bridge sogar titelgebend. Diesmal sind es die Elbbrücken, die gleichsam das Mehrheitshamburg nördlich der Elbe mit dem Wilhelmsburger Milieu verbinden.
Ich hätte gerne geschrieben, dass Fatih Akin ein unterhaltsamer, kurzweiliger Film gelungen wäre, den man auch als Hamburger - oder genauer: als Hamburg-Wilhelmsburger Heimatfilm sehen könnte. Doch leider übertreibt Akin es und allzu sehr wirken Handlung und Darstellung zu slapstickhaft, schade. Unterhaltsam war’s trotzdem.
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Ausstellung in München: “Fremde im Visier”
23. Dezember 2009 · Keine Kommentare bisher
Bilder vom 2. Weltkrieg haben wir alle zuhauf im Kopf. Ganz überwiegend sind es Bilder und Filme, die von Kriegsberichterstattern auf beiden Seiten angefertigt worden sind. Durch die andauernde und perpetuierte Aufarbeitung des 2. Weltkrieges durch Film und Fernsehen sind diese Bilder mehr und mehr in unser kollektives Bewusstsein übergegangen.
Eine Ausstellung im Münchener Stadtmuseum (”Fremde im Visier“, noch bis Ende Februar 2010) zeigt eine andere Bildwirklichkeit aus dem Krieg, die mindestens ebenso authentisch ist wie die bekannten Bilder der Profis: Amateuraufnahmen deutscher Soldaten aus dem Krieg. Durch die Ausstellung ganzer Fotoalben einzelner Soldaten bekommt der Betrachter ein sehr eindrucksvolles Erlebnis davon, wie Krieg für einen einzelnen Betroffenen aussehen kann. Während bei Guido Knopp und seinen Helfern das große Bild, die Makroperspektive im Vordergrund steht, nähert man sich hier den Ereignissen aus dem Blickwinkel des einzelnen Beteiligten.
Natürlich ist diese Perspektive nie objektiv - dafür lässt sich aus der Auswahl der Motive und auch aus der kommentierenden Beschriftung sehr eindrucksvoll zeigen, mit welcher Einstellung die Betroffenen in den Kampf gezogen waren. Interessant sind auch Unterschiede im Blick auf Land und Einheimische im Osten und im Westen: Im Osten wurde Juden und auch sowjetische Kriegsgefangene häufig in ekelhaft überheblicher Perspektive abgebildet - offenbar war die Rassenideologie auch an der “Basis”, bei den einfachen Soldaten, erstaunlich weit ins Unterbewusstsein gesickert oder schon vor dem Nationalsozialismus vorhanden. Bilderalben aus Italien oder Frankreich erwecken hingegen häufig den Eindruck einer ausgedehnten Urlaubsreise.
Wer es nicht bis Ende Januar in den tiefen Süden der Republik schafft, dem sei der Begleitband empfohlen.
Bild: alf sigaro (via Flickr), Lizenz.
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Erster Schnee
17. Dezember 2009 · Ein Kommentar
Mal abgesehen von etwas Schneeregen vor ein paar Wochen, der aber nicht liegenblieb, ist das der erste Schnee in diesem Winter.
Aber bis Weihnachten ist bestimmt alles wieder getaut.
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Heute im Adventskalender:
6. Dezember 2009 · Keine Kommentare bisher

Die zerstörte Nikolausstatue von Bamiyan
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2012 (1000 Filme: 8)
26. November 2009 · 2 Kommentare
Knarz, Krach, Bumm, Peng.
Gluggerglugger, Falt, Reiß, Donner, Rausch.
Rumms!
Rattatazong, Dong, Knirsch.
Riesel, Kreisch.
Flatsch, Wumm, Brösel.
Wummer. Bums. Kradong!
Knartsch, Blubber, Gurgel.
Aaaaaah! Örgs.
Das ist die Kurzzusammenfassung des neuesten “Emmerich”, in dem diesmal gleich die ganze Erde zerstört wird. Oder, wie Roger Ebert schreibt:
“2012″ delivers what it promises, and since no sentient being will buy a ticket expecting anything else, it will be, for its audiences, one of the most satisfactory films of the year. You think you’ve seen end-of-the-world movies? This one ends the world, stomps on it, grinds it up and spits it out.
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Nicht massenkompatibel
16. November 2009 · Ein Kommentar
Schon Baz Luhrmann wusste:
The real troubles in your life are apt to be things that never crossed your worried mind. The kind that blindside you at 4 pm on some idle Tuesday.
In diesem Sinne ereilte mich heute das Anliegen der Redakteurin eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders, am morgigen Dienstagnachmittag meine Wohnung, mein Auto und mich zweckentfremden zu wollen und einen Fernsehbeitrag für ein Verbraucher-Magazin über den Internet-Vergleich von Kfz-Haftpflichtversicherungen zu drehen. Nun denn, ich hatte nichts einzuwenden, es sollte ja immerhin auch eine kleine Aufwandsentschädigung geben. Der Termin war vereinbart, und ich dachte schon darüber nach, ob ich mit dem Fiat vorher zur Waschstraße fahren sollte oder nicht - das letzte Mal, dass ich das getan habe, dürfte schon mehrere Monate her sein.
Doch daraus wird nun nix. Eine Stunde später rief die Redakteurin erneut bei mir an und sagte ab. Man habe einen anderen Kandidaten gefunden. Mit einem Peugeot. Und der Fiat Panda sei da, so im Vergleich und überhaupt, einfach “nicht massenkompatibel” genug.
Ich glaube, ich sollte es als Kompliment auffassen.
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Autumnale Laubfärbung
28. Oktober 2009 · Keine Kommentare bisher
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Albert Camus: Die Pest (1000 Bücher: 11)
25. Oktober 2009 · Keine Kommentare bisher
Albert Camus: Die Pest. Roman, aus dem Französischen übersetzt von Guido C. Meister, Hamburg 1950.
Camus beschreibt in fünf Akten das Drama einer Pestepidemie im französisch-algerischen Oran. Mit einer rätselhaften Rattenheimsuchung beginnt die Krankheit, bald darauf sterben die ersten Menschen. Die Behörden reagieren zögerlich, weil sie nicht an einen Ausbruch der Pest im 20. Jahrhundert glauben wollen, doch als die Todeszahlen ansteigen, wird die Stadt abgeriegelt - bis schließlich viele Monate später die Pest zurückgeht und das normale Leben wieder einsetzt.
Im Laufe des Romans wird deutlich, dass Camus die Pest als Chiffre verwendet für den Zweiten Weltkrieg, der gerade zu Ende gegangen war, als er den Roman schrieb. Es werden die Schicksalswege einiger Personen während der Epidemie nachgezeichnet, die der anonymen, riesenhaften und bedrohlichen Krankheit ebenso hilflos gegenüberstehen wie den mitunter drakonischen Maßnahmen der Behörden. Das Ergebnis ist eine packend zu lesende, sehr plastische Schilderung menschlicher Ohnmacht angesichts überwältigender Zeitumstände.
In der Erinnerung erscheinen die fürchterlichen Tage der Pest denjenigen, die sie erlebten, nicht als große, endlos grausame Flammen, sondern viel eher als endlose Tretmühle, die alles zermalmte. (S. 103)
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